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Vogelschutz
an Glasflächen

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Glas
ist als Baustoff immer beliebter geworden. Häuser erhalten große
Fenster und Wintergärten, Buswartehäuschen bestehen nur noch aus
Stahlstreben und Glas, gläserne Lärmschutzwände erlauben den Blick auf
die Landschaft. Das wurde möglich, seit es bruchfeste und wärmedämmende
Glassorten gibt. Leider werden solche Glasflächen zur Todesfalle für
Vögel und andere Tiere, gerade weil sie freie Sicht ermöglichen oder
den Himmel widerspiegeln. Tiere wissen nichts davon, dass im scheinbar
freien Raum unsichtbare Barrieren lauern können. Wer regelmäßig an
Glasflächen nachschaut, wird dort immer wieder tote Vögel finden. Sie
liegen dort allerdings meist nicht lange, Marder, Krähen und andere
Beutegreifer beseitigen sie rasch.
Überwiegend
handelt es sich bei den Opfern um Kleinvögel, aber auch Sperber kommen
regelmäßig zu Tode, wenn sie bei der Jagd gegen Glas fliegen. Nahezu
alle Arten können Opfer werden. An einer untersuchten
Glas-Lärmschutzwand fand man durchschnittlich
zweiundsechzig tote Vögel pro Kilometer und Jahr!
Besonders gefährlich sind verspiegelte Glassorten, wie sie gern an
Hochhäusern verwendet werden.
Wenn man Glasflächen für Vögel kenntlich macht, kann man die Opferzahl
auf nahezu Null senken. Dazu genügen die bekannten
aufgeklebten Greifvogelsilhouetten nicht. Das Glas muss
auf der ganzen Fläche sichtbar sein. Getöntes oder farbiges Glas ist
aber nicht die richtige Alternative, solange es durchsichtig bleibt. Es
gibt andere Möglichkeiten!
Schutzmaßnahmen vor dem Bau:
- Muss es wirklich transparentes oder stark spiegelndes Glas sein?
- Muss die Anlage fest installiert sein? Vielleicht reicht es, sie nur
bei Bedarf aufzustellen (Windschutz).
- Kann man die Scheiben zwischen Mauern zurück versetzen?
-
Wo wird die Gefahr am größten sein (vorspringende Ecken...)? Kann man
hier vorbeugen?
Nutzen Sie Alternativen:
-
geripptes, geriffeltes, mattiertes, geätztes, bedrucktes
Glas (Punktraster), das möglichst reflexionsarm ist
- beidseitig entspiegeltes Glas, z.B. bei Schaufenstern
- Milchglas, Kathedralglas, Glasbausteine, Stegplatten
- mit Sprossen unterteilte Fenster
- Oberlichter als Lichtquelle
- Glasflächen neigen statt im rechten Winkel anbringen
Nachträgliche Maßnahmen bei bestehenden Anlagen:
- flächige Markierungen aufbringen, z.B. senkrechte ca. 2 cm breite Klebestreifen (Farbe egal) im Abstand von
höchstens 10 cm (oder 1 cm breit, Abstand 5 cm) auf der gesamten Fläche
anbringen, auch in Form von Punktrastern o.ä.
- nur Klebefolien guter Qualität verwenden, andere können Spannungen
auf den Scheiben verursachen und schlimmstenfalls zu Glasbruch führen
- Außenflächen mit Sonnenschutzmilch o. ä. betupfen (schluckt UV-Licht,
ist für Vögel so gut erkennbar wie für uns Farben)
- Fensterbilder, Malereien mit Fingerfarben, bunte Dekorationen
- Dekorsprays, Firmensignet-Aufkleber
- Fliegengitter, grobmaschige Netze, Lochbleche, Gitter
- Jalousien, Rollos, Gardinen, Lamellenvorhänge
- Aufhängen von Kordelbändern oder Folienbändern
- Markierungen nach Möglichkeit auf der Außenseite anbringen.
Weitere Maßnahmen
Futterstellen, Nistkästen usw. sollte man möglichst nicht in
Fensternähe anbringen. Wenn es nicht anders geht, dann aber so nah,
dass ein Vogel bei einem plötzlichen Start in die falsche Richtung noch
keine hohe Aufprallgeschwindigkeit erreicht hat.
An Außenanlagen sollten Pflanzen möglichst nur unmittelbar an den
Scheiben stehen. Weiter entferntes Gebüsch wird mit hoher
Geschwindigkeit angesteuert und führt so häufig zu Kollisionen mit der
im Wege stehenden Scheibe.
Unter Umständen werden auch Zimmerpflanzen, die mitten im Raum stehen,
von draußen angeflogen. Auf diese Weise verunglücken viele Vögel an
Wintergärten. Stellen Sie immer einige Pflanzen direkt an die Scheibe,
so dass anfliegende Vögel schon vor Erreichen der Scheibe zur Landung
abbremsen. Ein solcher Anprall endet vielleicht nicht tödlich.
Wenn Sie einen verunglückten Vogel finden, legen Sie ihn in einen
Karton mit Luftlöchern und stellen Sie den Karton warm (d.h.
Zimmertemperatur) und ruhig. Nach 2 Stunden bringen Sie den Karton nach
draußen (niemals drinnen Flugversuche!) und öffnen Sie ihn. Wenn der
Vogel nicht wegfliegt, bringen Sie ihn zum Tierarzt.
Bei Bauprojekten oder bereits bestehenden
Vogelschutzproblemen beraten wir Sie gerne. Vielleicht finden wir
zusammen eine praxistaugliche Lösung.
NABU Baden-Württemberg Tübinger Str. 15,
70178 Stuttgart
NABU Ulm/Neu-Ulm
Wiltrud Spiecker, Rychartweg 58, 89075 Ulm, Tel. 0731-55 33 89
Ulrich Kube, Veltlinerweg 3, 89075 Ulm, Tel. 0731-53765
Mehr Informationen im Internet:
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Birdnet
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